11.11.2012

11 - Emma ist schwanger / Emma is pregnant


 
11 - Emma ist schwanger
 


Ja, und plötzlich war ich schwanger... keine Ahnung weshalb! - Natürlich wusste ich, wie man schwanger werden kann - aber weshalb gerade jetzt? Hatte ich meine Pläne Gian zu verlassen und Südamerika zu bereisen doch nicht so ernst gemeint und war deshalb nicht vorsichtig genug bei der Verhütung gewesen? Mir wurde versichert, dass ich nicht schwanger werden könnte, solange die Heilung des entfernten Myons noch nicht abgeschlossen war… Aber vielleicht war ich auch einfach nur bereit für ein Kind!?
 
Jedenfalls empfand ich es als ein Wunder, dass sich nun ein Lebewesen in meinem Körper entwickeln würde! Es ist doch ein wahres Wunder wie aus vielen Mikroinformationen ein Lebewesen entstehen kann, oder?  - Wer ist wohl (weshalb) darauf gekommen von der Zellteilung auf ein anderes System zu mutieren? – So gesehen ist das Leben einfach nur genial!
 
So freute ich mich auf das Wesen, das zu mir kommen wollte und stellte meine Pläne in Nullkommanichts um! Gian hingegen war nicht sehr erfreut über meine Schwangerschaft… und da er auch darüber nicht sprechen konnte, schlug er mir in einem Brief eine Abtreibung vor… Das kam für mich überhaupt nicht in Frage! Das Wesen in meinem Bauch war schon in voller Entwicklung und hatte sicher bereits auch schon Füsschen! Weshalb sollte ich das unterbinden?! Wann, wenn nicht jetzt, ist der richtige Zeitpunkt für ein Kind? - Ich war fest entschlossen mein Kind gegebenenfalls auch alleine gross zu ziehen!  Gian verstand meine Argumente und wollte zudem sein Gesicht nicht vor der Gesellschaft verlieren… er wollte weder seine schwangere Freundin in Stich lassen noch sein Leben aufgeben… So versprach er mich zu unterstützen und wir beschlossen unsere Beziehung weiterzuführen…

Ich arbeitete damals in einem internationalen Rohstoffkonzern und verdiente mehr als Gian in der Firma seines Vaters. Ich liebte meinen Job, die Reisen und den Kontakt mit vielen verschiedenen Leuten und hätte deshalb gerne nach der Geburt reduziert weitergearbeitet… Gian lehnte jedoch eine Arbeitsteilung entschieden ab und beteuerte, dass er niemals Hausmann werden würde! Ich konnte ihn nicht einmal umstimmen, als ich ihm erklärte, wie wertvoll es ist die Chance ein Kind gross werden zu sehen nutzen zu können… Da ich mein Kind nicht von Fremden erziehen lassen wollte, blieb mir nichts anderes übrig als zu kündigen, was mir eigentlich nicht viel ausmachte, da ich mich riesig auf die neue Aufgabe freute! Mein Arbeitgeber überliess es mir, wie viel und wann ich arbeiten wollte, erst als ich Ende 8. Monat einen Auffahrunfall erlitt, fand er es verantwortungslos und legte mir nahe zu Hause zu bleiben… mein Gott, war ich unglücklich! Mit einem solch abrupten Schnitt hatte ich überhaupt nicht gerechnet! Natürlich hatte ich schon bald den Vorteil wahrgenommen und nutze den letzten Monat vor der Niederkunft um vieles zu erledigen und vorzubereiten… Und übrigens wurde mir bis 3 Monate nach der Geburt noch der volle Lohn überwiesen – und eine solch tolle Firma musste ich verlassen! : (

Die Schwangerschaft verlief ohne Komplikationen und doch beschäftigten mich viele Gedanken… Würde ich alles richtig machen können? Wie würde mein Kind einmal mit diesen Tatsachen umgehen – würde ich die Wahrheit verschweigen nur um eine schmerzliche Auseinandersetzung damit zu ersparen? - Würde mein Kind ‘normal‘ auf die Welt kommen? Wenn nicht, was mache ich dann? Da ich keine Ahnung hatte, beschloss ich einer Stiftung für behinderte Kinder einen Betrag zu überweisen, wenn mit meinem Kind alles in Ordnung sein würde… Und dann erinnere ich mich noch an ein merkwürdiges Erlebnis: Eines Nachmittags hatte ich plötzlich das Gefühl, dass ein verstorbener Freund da war… er schien sich von mir zu verabschieden obwohl er schon seit mehr als 2 Jahren tot war – komischerweise kam meine Tochter Lena genau 3 Jahre nach seinem Todestag zur Welt… war das ein Zufall?
 
Als ich mit Lena schwanger war, konnte ich mir keine Vorstellung machen, wie mein Kind aussehen und sein würde! Und als sie da war, konnte es niemand anders sein! - Es ist wie mit Ideen schwanger zu sein: Die Entwicklungsphase sagt noch nichts über das Resultat aus, denn auch dieses reift gemäss den gegenwärtigen Umständen und entwickelt sich somit immer weiter…
 
 
 
 
 
PS: Daniela Schwendner, danke fürs Korrekturlesen!

 
 
 
 
 
 


11 - Emma is pregnant

 
Yes, and suddenly I was pregnant… no idea why! – Of course I knew how we can get pregnant – but why exactly now? Didn’t I take my plans to leave Gian and travel through South America seriously enough and therefore wasn’t careful enough with contraception? I was assured that I couldn’t get pregnant while I was still recovering from the removal of my myoma… But maybe I was just ready for a child!?
 


Anyway, I saw it as a miracle that a creature would develop in my body now! Isn’t it an absolute miracle how a being can grow out of micro information? – I wonder what gave who the idea to mutate from cell division to another system? – From this perspective live is simply ingenious!
 
Thus I was looking forward to the creature who wanted to come to me and reorganized my plans in two shakes of a lamb’s tail! Whereas Gian wasn’t delighted by my pregnancy... he wasn’t even able to talk about it and wrote me a letter proposing an abortion... For me this was absolutely out of the question! The creature in my belly was already in full development and surely had its tootsies by now! Why should I stop this?! When, if not now, is the right time for a child? – I was determined to raise my child, if necessary alone! Gian recognized my arguments and moreover he didn’t want to lose face in society... he neither wanted to betray his pregnant girl friend nor did he want to abandon his live... That’s why he promised to support me and we decided to carry on with our relationship...

At that time I worked with an international coal trading company and earned more than Gian who worked at his father’s firm. I loved my job, the travel it involved and dealing with lots of different people and therefore would have loved to keep on working part-time after birth... Gian adamantly opposed any suggestion of a split of homemaking responsibilities which he considered the work of a woman! I not even could change his mind by encouraging him to realize how precious it was to have the opportunity to see a child grow up... Because I didn’t want strangers to educate my child, I had no choice but to quit my job, which in fact I didn’t mind that much as I was thrilled by my new mission! My employer left it to my discretion how much and when I worked, until I was involved in a rear-end collision car accident when I was pregnant eight months. He regarded it as irresponsible and advised me to stay home... my God, how desolate I felt! I hadn’t planned on such an abrupt cut at all! Of course, before long I had recognized the advantage of it and benefitted from the opportunity to organize and prepare lots of things before it was time to give birth... And by the way, I was earning full pay until 3 months after birth – such a terrific company I had to leave! : (
 
My pregnancy proceeded without any complications and yet still lots of thoughts bothered me... Would I be able to do everything properly? How would my child handle those facts – would I withhold the truth only to save the trouble of a painful truth? - Will my child be ‘normal’? If not, what will I do? Because I was so concerned and uncertain, I decided to make a donation to a foundation for handicapped children if everything was alright with my child... And then I remember a very strange thing: One afternoon I suddenly had the feeling of a deceased friend being very close... he seemed to say goodbye despite the fact that he was already been dead for over 2 years – strangely enough my daughter Lena came into the world exactly 3 years after his demise... was it a coincidence?
 
When I was pregnant with Lena, I couldn’t imagine how my child would look and she would be like! And once she arrived, it couldn’t be anybody else! – It is like being pregnant with ideas: The phase of development gives no evidence to the outcome as it keeps on maturing dependant on actual circumstances and thus developing on and on...





PS: Sharon Christie, thanks for helping me not getting lost in translation!




04.11.2012

10 - Schatten über dem Paradies / Shadows in paradise



10 - Schatten über dem Paradies 

 
 
Paradies… gibt es das überhaupt oder stellen wir es uns nur vor? Sind es die kurzen Glücksmomente, die wir uns zurücksehnen, die unsere Vorstellung von Paradies prägen – einen Platz, an dem wir uns glücklich und geborgen fühlen? Diese Momente des Glücks sind meist von kurzer Dauer, welche wir glücklicherweise durch unsere Erinnerungen daran verlängern können wann immer wir sie ins Gedächtnis rufen! Unsere Erinnerungen sind jedoch nichts anderes als eine vergangene Bestandsaufnahme und haben nichts mit dem Hier und Jetzt zu tun, weil sich ja konstant alles verändert… nichts kann nochmals genau gleich geschehen und erlebt werden! Aber gerade viele dieser Glücksmomente und ihre Nachwirkungen machen aus einem eigentlich banalen Leben etwas Spezielles! Erfahren wir hingegen nur wenige oder sogar selten Momente, in denen wir uns glücklich fühlen, dann hat das überhaupt nichts mit einem Paradies am Hut und wir müssen schleunigst etwas verändern bevor wir uns damit abfinden!

Als ich Gian 5 Jahre nach unserem One-Night-Stand wiedertraf und wir uns ineinander verliebten, fühlte ich das Paradies ganz nah… ich sah seine ganze Festplatte mit einer grossen Palette von Kapazitäten und ging unsere Beziehung mit einem enormen Optimismus, Idealismus und Glauben an Gian an. Ich war bereit für eine Beziehung und auch dafür sie zu pflegen! Aber schon nach kurzer Zeit bemerkte ich, dass ich versuchte alleine eine Partnerschaft aufrecht zu erhalten, die aber wie der Name schon sagt Bereitschaft zweier Personen erfordert… Gian nutzte sein Potential gar nicht und hatte sich bereits irgendwie in bequemen Mustern festgefahren… und nun, da er die Gelegenheit hatte mehr daraus zu machen, wollte er nicht… oder konnte er nicht? - Plötzlich waren die Wolken da und ich stand im Schatten…

Gian verbrachte seine Zeit lieber am Stammtisch und im Urlaub mit andern als mit mir… Wenn er mich besuchen kam, dann hatte er Lust auf Sex oder gerade nichts Besseres vor und schlief kommentarlos auf meinem Sofa ein! War ich denn so langweilig? – Ich begann es tatsächlich langsam zu glauben und nahm es gegen meine Person, wenn er anderen Aufmerksamkeit zeigte, sich bei mir aber nicht bemühte! Komischerweise war er immer sehr zuvorkommend und höflich zu mir, wenn andere anwesend waren – er konnte es also doch! Er beherrschte die guten Manieren, die ihm beigebracht wurden, und beeindruckte immer wieder, wenn er zum Beispiel mir und andern zuerst die Autotür öffnete… Ihm selber war diese Wirkung bewusst und wichtig, sonst hätte er solche galanten Handlungen schon längst eingestellt! - Vielleicht wurde er so konditioniert, dass ihm alles daran lag einen guten Eindruck zu hinterlassen? Oder wollte er damit blenden um von seinem wahren Ich abzulenken? – So geschieht es oft bei neuen oder oberflächlichen Bekanntschaften, dass man sich vom Schein blenden lässt… und solange jemand diesen Schein wahren kann und niemanden nah an sich heran lässt, können unentdeckt zwei total verschiedene Persönlichkeiten entwickelt, gepflegt und ausgelebt werden…
 
Diese Situation machte mir sehr zu schaffen weil ich der Ansicht war (und immer noch bin!), dass eine echte Partnerschaft kann nur mit gleichen Zielen, Rechten und Pflichten funktionieren! Da sich Gian jedoch nicht aktiv an unserer Beziehung beteiligte und ich das so nicht akzeptieren konnte, war mein erster Schritt ihn darauf anzusprechen und ihm behutsam meine Empfindungen darzulegen… Dabei entdeckte ich zum ersten Mal, dass Gian emotionalen Gesprächen auswich: Er schaute mir nicht in die Augen, antwortete nicht und lief weg… Mit einer solchen Reaktion hatte ich bisher noch nie etwas zu tun gehabt und gleichzeitig wusste ich auch, dass wenn ich es einfach so gewähren liess, wir uns schon in kürzester Zeit auseinandergelebt hätten! War ihm das egal oder sogar recht? Wollte er gar nicht, dass uns gemeinsame Ziele und Zeit verbinden? Weshalb nur? - Ich hatte keine Ahnung was in ihm vorging und wollte ihm sicher nicht unrecht tun sondern nur richtig stellen und verstehen… Gian aber verschloss sich immer mehr und liess mir keine andere Wahl als noch genauer hinzusehen um verstehen zu können!

Weshalb war es so schwierig für Gian sich mitzuteilen? – Hatte er in seiner Jugend schlechte Erfahrungen damit gemacht sein Innerstes zu offenbaren und nun deswegen Angst vor Reaktionen? Oder rührte sein Desinteresse an mir daher, weil er in einer patriarchischen Welt aufgewachsen war, in der Frauen und Kinder wenig oder sogar nichts wert sind? War diese Auffassung auch der Grund, weshalb er nur beim Sex Nähe zeigen konnte? Oder war ihm am Ende mein Mut und meine Intelligenz ein Dorn im Auge, die es mir schliesslich ermöglichten seine Glanznummer zu durchschauen? – Anstatt einen Hinweis dankend anzunehmen und somit die Gelegenheit ergreifen etwas zu überdenken und daran zu wachsen, hatte er Angst sein Gesicht zu verlieren… zog sich kommentarlos zurück und strafte mich mit einer überheblichen Arroganz… Ich fragte mich, ob ich tatsächlich jemanden lieben könnte, ohne dass meine Liebe erwidert wird?!

Das war nun wirklich nicht mein Traum einer Beziehung… Ich konnte es nicht fassen, was mir da widerfuhr, und schämte mich dafür… Deswegen behielt ich meine Probleme für mich, bis sie mich zu erdrücken drohten – ich wurde depressiv und erkrankte an einem Krebsleiden… Damit gelange ich glücklicherweise an kompetente Ärzte, die den Grund meiner Erkrankung suchten und mir dann nahe legten, die Beziehung mit Gian zu beenden. Nach der Entfernung eines gutartigen Myoms beschloss ich die Beziehung zu beenden und für ein halbes Jahr Südamerika zu bereisen – und der Urlaub wurde von meinem Arbeitsgeber bewilligt! 






PS: Daniela Schwendner, danke fürs Korrekturlesen!
 
 
 
 
 
 
 
 
 

10 - Shadows in paradise


Paradise… does it really exist or do we just imagine it? Do the short moments of happiness, which we are longing to return, shape our imagination of paradise – a place where we feel happy and secure? Most times those moments of happiness are short-lived, but luckily we can prolong its duration with our memories whenever we recall them! Our memories are nothing but an inventory item from the past and have nothing to do with the here and now, as everything changes constantly… no experience can be repeated in the exact same way! But those memories of the many happy moments and their outcomes can turn a rather trivial life into something special! Whereas, if we experience only a few moments of happiness, it is a far cry from paradise and we must change something rather than resign ourselves to accepting less!

When I met Gian again 5 years, after our one-night-stand, we fell in love and I felt paradise very close… I saw his whole hard disk with a big range of capacities and approached our relationship with enormous optimism, idealism and trust in him. I was ready for a partnership as well as to foster it! But after only a short time I realized that it was only me trying to keep up a partnership which, as its name implies, demands willingness of two persons… Gian didn’t use lots of his potential and somehow was already stuck in convenient patterns… and now, facing the option of making more of it, he refused… did he not want to or wasn’t he able? – Suddenly the sky became overcast and I was overshadowed…

Gian preferred to spend his time at the crackerbarrels and on vacation with others rather than being with me… When he came to visit me, it seemed it was mainly for sex and had no better plans and dropped off to sleep on my sofa without comment! Was I that boring? – I really started to believe it myself and took personal offence when he showed attention to others but didn’t care about me! Strangely enough, when others were around he was always very courteous and polite to me – so he was able after all! He mastered the good manners he was taught and impressed again and again when for example he opened the car door for others first… He must have been aware of the impacts which were important to him; otherwise he would have abandoned such chivalrous actions a long time ago!  - Maybe he was conditioned to regard it as utmost important to leave a good impression? Or did he intend to bedazzle in order to distract from his true self? – So it often happens when having new or superficial acquaintances that we are blinded and taken in by appearance… and as long as somebody is able to keep it up and prevent others getting close, unnoticeably two totally different identities can be developed, fostered and lived…

I didn’t feel comfortable with the situation at all because I was (and still am) of the opinion that a real partnership only can work out with equal goals, rights and duties! But because Gian didn’t actively engage in our relationship and I couldn’t accept it, my first step was to talk to him and carefully explain how his actions made me feel… That’s when I noticed for the first time that Gian avoided emotional discussions: He didn’t look me in the eyes, didn’t answer and walked away… I had never had to deal with such a reaction before and simultaneously I realized that if I simply allowed it, we would have grown apart in no time! Did he not mind or was he even okay with it? Did he not want us to have a future together, living our common goals and time? Why? – I had no clue what was going on in his head and by no means did I want to do him wrong but only set things right and understand… Gian though cloistered himself away more and more and forced me to look even deeper in order to be able to understand!

Why was it that difficult for Gian to communicate? – Had he had bad experiences when revealing his innermost feelings and now was afraid of reactions? Or did his lack of interest arise from a patriarchal education where women and children are not worth a lot or even nothing? Was his interpretation of love also the reason why he was only able to be close with me when having sex? Or was it really my courage and my intelligence that was a thorn in his flesh, but consequently enabled me to see reality? -  Instead of acknowledging and thanking me for sharing my thoughts and insights and thus taking the opportunity to think it over and grow with it, he feared losing face… without comment he cloistered himself away and punished me with a boastful arrogance… I asked myself, if I really was able to love somebody unconditionally without having it returned?! 

That really wasn’t my dream of a relationship… I couldn’t believe what happened to me and felt ashamed… That’s why I kept my problems for myself until they threatened to crush me – I became depressed and got cancer… Fortunately I encountered competent doctors who searched for the reason of my illness and advised me to terminate my relationship with Gian. After having a benign myoma removed I decided to break up and travel through South America for half a year – and my request was approved by my employer!





PS: Sharon Christie, thanks for helping me not getting lost in translation!
 















28.10.2012

9 - Die Liebe / Love



9 - Die Liebe
 
 
Hat Liebe etwas mit Verliebtheit zu tun? - Vielleicht… denn aus Verliebtheit kann immerhin Liebe entstehen!  Was aber ist die Liebe?

In Millionen von Geschichten und Liedern wird die Liebe beschrieben und besungen – und das auf der ganzen Welt und in jeder Kultur. Ich möchte sogar behaupten die Liebe ist das Thema Nummer eins, nicht nur in der Kunst! Aber meist geht es in diesen Geschichten um Liebe, die eher Wunschvorstellung als Erfüllung ist… sei es weil Umstände diese grosse Liebe nicht ermöglichen oder weil die erhoffte Liebe nicht erwidert wird... Ist diese schmachtende und enttäuschte Liebe wirklich die Liebe? Oder zeigen uns unsere Geschichten, Lieder und Filme nur was wir denken, was Liebe ist, und wiedergeben somit lediglich ein Stück Zeitgeschichte?
 
Und doch sind die meisten Menschen fähig Liebe zu empfinden… ein Gefühl, das entsprechend persönlicher Erfahrungen wahrgenommen wird und meist im Zusammenhang mit einem Objekt entsteht. Was ist es, das unser Gegenüber in uns auslöst - oder besser gefragt: Was will ausgelöst werden? Ist es unsere Sehnsucht nach Liebe und Zuwendung, die unsere Leidenschaft erweckt? Projizieren wir unsere Vorstellung von Liebe, wie sie sein könnte oder wie wir sie einmal erlebt haben? Oder ist es die pure Eroberungslust, die durch sexuelle Anziehung entfacht wird? – Sex ist für manch einer die einzige Form einem andern Menschen nah sein zu können und könnte daher auch der Grund sein, weshalb Sex oft mit Liebe verwechselt wird…

Woher kommen unsere Vorstellungen von Liebe? Ist es die Kombination aus dem Grundbedürfnis nach Zuwendung, unserer Erfahrungen sowie dem, was uns vorgelebt wird, die unsere Sehnsüchte entstehen lässt? – Die Sehnsucht nach Liebe und Geborgenheit bleibt oft unerfüllt… und wir suchen eine Ersatzbefriedigung in Materiellem oder stillen sie mit Alkohol und andern Genussmitteln… Die Verletzungen unserer Gefühle unterdrückt unsere Fähigkeit zu lieben und verwandelt sie in Angst… Die Liebe und Leidenschaft, die wir mit einem andern Menschen teilen wollen, hat eher mit sexuellem Verlangen nach einem Körper zu tun und Besitzansprüche sind somit vorprogrammiert… Ist es diese Unfähigkeit zu lieben, die die Monogamie in Frage stellt? Dürfen und können wir tatsächlich nur einen einzigen Menschen lieben, wie es unsere Gesellschaft diktiert (was möglicherweise aus unserer Vorstellung des Monotheismus entstand)? Oder ist die Liebe mannigfaltig und flexibel?

Alles ist nur eine Frage der Betrachtung… denn Liebe ist kein Objekt, sondern eine Fähigkeit, wie Erich Fromm in seinem Buch ‘Die Kunst des Liebens‘ so treffend beschreibt (übrigens mein meistverschenktes Buch)! Wahre Liebe ist bedingungslos und an keinerlei Erwartung geknüpft… Bedingungslose Liebe will nicht besitzen, vergleicht nicht, sondern ist die Fähigkeit eine momentane Vollkommenheit zu erkennen… Die Kunst des Liebens setzt Aufmerksamkeit voraus, kann gelernt und muss gepflegt werden…

Indem wir echtes Interesse bekunden, ungeteilte Aufmerksamkeit erteilen und somit Sorge tragen, wachsen wir mit der Entwicklung unseres Partners mit - es entsteht keine Entfremdung, wir bewahren die Fähigkeit unser Gegenüber unvoreingenommen zu betrachten und immerwährenden Respekt zu entwickeln. Ein solches Zusammenleben steigert unser Selbstwertgefühl und die seelische Stabilität und wir fühlen uns geborgen... So kann aus anfänglicher Verliebtheit stetige Bewunderung und bedingungslose Liebe entstehen, denn wir nehmen Dinge so, wie sie sind, lernen Gutes erkennen, prästieren und lieben. Wir sind offen und durch eine Symbiose können wir aus mehr Möglichkeiten schöpfen und zu weiteren Bewusstseinsebenen fortschreiten! Dieses Gefühl macht frei und kann einen Flow erzeugen, der endlos fliesst…

Es stellt sich jedoch die Frage, ob unser Umfeld für eine bedingungslose Liebe geschaffen ist und ob eine solche Liebe heute überhaupt Platz hat… Vielleicht lohnt  sich ein Versuch unser Bedingungsschema zu überdenken, welche unsere Angst vor unerwiderte Liebe so gross macht? Was können wir schon verlieren, wenn wir Vertrauen schöpfen und Pioniergeist entwickeln anstatt uns von Angst infizieren zu lassen und  im selben Sumpf stecken bleiben? - Eines ist sicher: Ohne Liebe fühlen wir uns definitiv einsam!






PS: Daniela Schwendner, danke fürs Korrekturlesen!


 







 



9 - Love


 
Has love got anything to do with being in love? - Maybe… because there is the chance that love can grow out of the state of being in love! But what is love?
 
Millions of stories and songs tell about love – and this all over the world and in each and every culture. I even dare to suggest that love is topic number one, not only in art! But in those stories most of the times love turns out to be rather wishful thinking than fulfilment… Whether it is because circumstances do not allow such love or because desired love is unreturned… Is this kind of yearning and disappointed love really love? Or are all those stories, songs and films just showing what we think love is and thus render merely a piece of contemporary history?

Yet still most humans are capable of feeling love… a feeling which is perceived according to individual experiences and mostly is developed in connection with an object. What is it our counterpart provokes in us – or more precisely: What is that lights our fire? Is it longing for love and devotion which awakens our passion? Do we project our notion about love, how we think it could be or the way we experienced it once? Or is it sheer lust for conquest which is inflamed by sexual attraction? – For lots of people sex is the only way they know how to be close to another and could therefore also be the reason why sex is often confused with love…
 
Where do our conceptions of love come from? Is it a combination of the basic need for attention, for the experience or for what we have been led to believe is what is supposed to enflame our desires? – Longing for love and caring often remains unfulfilled… which makes us look for vicarious satisfaction of tangibles or trying to satisfy our desires with alcohol and other stimulants… Hurt feelings suppress our capability to love and turn it into fear… Love and passion we wish to share with another person are related to sexual desire for a body and so claims of ownerships are programmed… Is it the inability to love which casts doubt on monogamy? Are we actually allowed and able to love solemnly one single person the way it is dictated by our society (which possibly derives from our imagination of monotheism)? Or is love manifold and flexible?
 
Everything is just a question of consideration… because love is not an object, but an ability, like Erich Fromm describes aptly in his book ‘The Art of Loving’ (by the way the book I give to others more than any other)! True love is unconditional and not tied to any expectations… Unconditional love has no desire to possess, is never comparing but represents the ability to recognize a momentary perfection… The art of loving requires attention, is learnable and must be cultivated…
 
If we indicate true interest, give our undivided attention and thus show we care enough about another, we are able to grow with the development of our partner – there will be no alienation, we keep our ability to encounter our counterpart without bias and develop perpetual respect. Such coexistence increases our self esteem and stability and makes us feel secure… That’s how consistent admiration and unconditional love arises from initial infatuation, because we take things as they are, learn to discover the good, to appreciate as well as to love. We are open-minded and a symbiosis gives us more resources to draw on and consequently advance to higher levels of consciousness! The feeling of it frees us and produces a flow that flows endlessly…
 
But this begs the question if our environment is created for unconditional love and if there is room for such love at all… Perhaps it is worthwhile to reconsider our formula for consideration about what is the cause of our fear of unrequited love? What can we lose if we come to trust and develop a pioneering spirit instead of contracting fear and stay in the same old swamp? – That’s for sure: Without love we definitely feel lonely! 
 
 
 
 
 
PS: Sharon Christie, thanks for helping me not getting lost in translation!





21.10.2012

8 - Emma ist verliebt / Emma in love

 
 
8 - Emma ist verliebt

 

Mein Körper, mein Geist und meine Seele schreien nach dir… ich begehre dich, möchte dir nah und eins mit dir sein… Ich will deinen Körper erforschen, meinen durch dich spüren und mit dir für eine Weile in eine andere Welt abtauchen… Ich habe das Verlangen alles über dich zu erfahren, meine Gedanken mit dir zu teilen und mit dir in geistigen Höhenflügen ins Unendliche abzudriften… Ich sehne mich danach dich zu lieben, von dir geliebt zu werden und mit deiner Seele zu verschmelzen… Ich möchte dein wahres Ich kennen lernen  – unvoreingenommen und ohne Erwartungen. Ich will mich selber sein können und meine starken wie auch meine schwachen Seiten ausleben. Und ich sehne mich danach mich an deiner Seite ‘zuhause‘ und geborgen zu fühlen…

Das Gefühl der Verliebtheit ist mit dem Verstand kaum zu erfassen und mit Worten fast nicht zu beschreiben… Ich schwebe und fühle mich zu allem erhaben – alles, was ich mir vorstelle scheint möglich! All meine Einstellungen sind auf das Höchstmögliche programmiert! Wenn ich von Liebe erfüllt bin macht es mich stark und wenn sie erwidert wird unbesiegbar!

Aber, entfachen diese Adrenalinschübe nur Visionen, die nichts mit der Wirklichkeit zu tun haben? - Wenn ich mich verliebe, dann sehe ich die komplette Festplatte meines Gegenübers mit allen Möglichkeiten, die meine Wünsche und Träume erfüllen könnten… Die Vorstellung meine Träume zu leben inspiriert mich, spornt mich zu Höchstleistungen an aber macht mich auch blind für die Realität… denn nur wenn ich glauben und hoffen kann, dass mein Auserwählter mit mir den Traum einer gemeinsamen grossen Liebe leben möchte, kann ich ihn aufrecht erhalten…

In der Realität hält der Zustand der Verliebtheit doch maximal 2 Wochen an, dann verblasst der Glanz! Wenn wir die rosa Brille absetzen sehen wir besser und mehr: Gemeinsame Ziele werden immer mehr nur die eigenen und es findet schon bald kein gegenseitiges Pflegen und Hegen mehr statt… Selbstverständlichkeit schleicht sich in den Alltag. Wünsche und Träume weichen Erwartungen und Hoffnungen. Jeder ist zu sehr mit sich selber und seinen kurzfristigen Begehren beschäftigt, die irgendwie immer und überall erfüllt werden können, so dass die Kunst des Liebens verloren geht… und die Bequemlichkeit schlussendlich siegt.

Was wenn es diese grosse ewige Liebe gar nicht gibt und uns alles nur vorgegaukelt wurde? Ist die Vermehrung der alleinige Zweck weshalb man sich verliebt? - Gewiss steigen die biologischen Chancen bei sexueller Anziehung, die zweifellos besteht wenn man sich verliebt…  Weshalb denn, haben die Menschen gesellschaftliche Systeme (Gesetze und Religionen) entwickelt, die eine ewige Bindung diktieren? Und warum glauben wir in der heutigen Zeit  noch an die grosse Liebe und wünschen uns eine ewige harmonische Beziehung? - Setzt Verliebtheit die Fähigkeit voraus Sorge tragen und eine bedingungslose Liebe mit echtem Interesse und Respekt entwickeln zu können?

Ich glaube, der Zustand der Verliebtheit (wie fast alles) kann kultiviert werden! Wenn ich meinen Partner immer wieder bewundern kann, kann ich mich auch immer wieder in ihn verlieben… Dazu reicht echtes Interesse und Respekt – genau wie es in der Phase der Eroberung intensiv gezeigt wird! Leider betrachtet der Verliebte oft seine Eroberung als Besitz… echtes Interesse wie auch der Respekt erlischt… und Besitzansprüche entstehen… Können und wollen wir andere Menschen wirklich besitzen? Haben wir nicht schon genug damit zu tun uns selber im Griff zu haben? Was bestimmt unsere Abhängigkeit vom andern? Sind es die Muster, die wir entwickelt haben und in die wir uns jetzt verstricken? Und was veranlasst uns alles in unserer Macht zu tun um unseren Willen durchzusetzen? Ist es die Macht der Manipulation ein Spiel zu beherrschen? -  Dabei ist es doch das schönste Kompliment, wenn jemand aus freien Stücken mit mir zusammen sein will!

Eigentlich ist die Fähigkeit sich (immer wieder) zu verlieben sehr erstrebenswert… darin ist keinerlei Frustration zu erkennen: Meine Wünsche und Träume repräsentieren meine individuellen Bedürfnisse und Ideale, beflügeln mich und hegen immerwährende Hoffnung! Es herrscht Spannung, denn nichts ist vorhersehbar und alles möglich! Neue Erfahrungen beleben… ich kann entflammen, auch wenn es nur für einen kurzen Moment ist und eine Zukunft nur in der Fantasie erblühen kann - aber sie belebt!

Vielleicht sollten wir in Liebesbeziehungen wie in geschäftlichen vorgehen und die emotionale Ebene sachlich angehen? Erst wenn wir über unsere Wünsche sprechen und sie vergleichen, wissen wir ob sie vereinbar sind… Als ich Gian kennenlernte, habe ich ihn nach seinen Wünschen und Träumen gefragt, er gab mir aber keine Antwort noch war er an meinen interessiert! Da er sich weigerte über Emotionales zu sprechen, fertigte ich einen Fragebogen an – vielleicht geht Schreiben besser? Aber auch diese Fragen wurden nie beantwortet… War es ihm nicht wichtig genug?  Wollte er sich nicht festlegen? Oder hatte er einfach nur Angst vor Gefühlen und war deshalb unfähig sich darüber zu äussern… und zu lieben? – Das mit der Liebe war also doch nicht so einfach, wie ich angenommen hatte!




 
PS: Daniela Schwendner, danke fürs Korrekturlesen!
 







8 - Emma in love


 

My body, my spirit and my soul are crying out for you… I feel a vehement desire to be close to you and one with you… I want to explore your body, feel mine through yours and submerge into another world with you for a moment… I’m longing for getting to know everything about you, sharing my thoughts with you and flying high together into infinity…  I’m craving for loving you, being loved by you and melding with your soul… I want to know your true you – unbiased and without expectations. I want to realize myself and show my strengths and weaknesses. And I hunger after feeling at home and secure on your side...

The sensation of infatuation is difficult to grasp and almost impossible to express in words…  I’m flying high and feeling above all – everything I imagine seems possible! All my settings are tuned to the highest possible sensitivity! When I am full of love it makes me strong and if it is returned I feel invincible!

But, do those adrenalin rushes merely spark off visions which have nothing in common with reality? – When I fall in love I see the complete hard drive of my partner with all the possibilities which could fulfill my desires and dreams… The idea of living my dreams inspires me, stimulates me to maximum capacities but also makes me blind to reality… because only if I believe in and am hopeful that my chosen one shares my dream of a common big love, I am able to stick with it…

However, in reality the state of being in love lasts for a maximum of 2 weeks, thereafter luster fades! If we take off the rose-coloured glasses we see better and more: Common goals more and more often become individual ones and before long there will be no more mutual nourishing and cherishing… We take things for granted. Desires and dreams make way for expectations and hopes. Everybody is too concerned about himself and with his short-term needs, which somehow always and everywhere can be satisfied, in a way that the art of loving gets lost… and convenience takes over in the end.

What if the eternal love does not exist and we were just lead to believe in it? Is reproduction the sole purpose for falling in love? – Of course, the biological chances rise if there is a sexual attraction, which undoubtedly exists when falling in love… How is it that people developed social systems (laws and religions) which dictate eternal obligations? And why do we still believe in eternal love nowadays and desire a long and harmonious relationship? – Does infatuation imply the ability of taking care and developing unconditional love with true attention and respect?

I believe that the state of being in love (like almost everything else) can be cultivated! Every time I admire my partner there is a chance for me to fall in love with him again… It only takes true attention and respect – exactly the way it is intensively practiced in the stage of dating! Unfortunately people in love often regard their conquest as a possession… true attention and respect lapse… and claims of ownership arise… Do we really want to possess others? Can we? Aren’t we busy enough controlling ourselves? What is it that makes us dependent on others? Is it the patterns we have developed and we now enmesh ourselves in? And what motivates us to do just everything in our power to get our way? Is it the power of manipulation to control the game? – And yet the greatest compliment is somebody sharing his time willingly with me!

Actually the ability of falling in love (again and again) is very desirable… it implies no frustration whatsoever: My desires and dreams represent my individual needs and ideals, lend wings and cherish perpetual hope! The fact that nothing is predictable and everything possible creates tension! New experiences animate… I am capable of catching fire, even if it is only for a short moment and future prospers solemnly in my fantasies – it animates!

Maybe we should approach love relationships like business relations and handle the emotional level factually? Only if we talk about our desires and compare them we get to know if they are compatible… When I got to know Gian I asked him about his desires and dreams, but he didn’t answer my questions nor was he interested in mine! Because he refused to talk about emotional matters I drew up a questionnaire – maybe he is capable of writing? But also those questions never got answered… Was it not important enough for him to reply? Did he want to be noncommittal? Or was he simply afraid of feelings and emotions and therefore incapable to talk about it… and to love? – Oh dear, the thing with love wasn’t that easy as I had supposed!




 
PS: Sharon Christie, thanks for helping me not getting lost in translation!

 

 

23.09.2012

7 - Emma auf der Suche nach der Wahrheit / Emma in search of the truth

 
 
7 - Emma auf der Suche nach der Wahrheit
 

Ja, die Wahrheit… warum nur haben wir solche Mühe bei ihr zu bleiben? Wollen wir uns selber mit einer frisierten Erzählung in ein besonderes Licht rücken oder einer Schuld oder noch schlimmer einer Strafe entkommen? Vielleicht haben wir die Wahrheit noch gar nie kennen gelernt und sind stets mit Mogeln durchgekommen? Was wollen wir eigentlich verstecken, wenn wir die Wahrheit vertuschen und verheimlichen? - Mit Worten können wir ja so viel verdrehen...

Ich erinnere mich noch als meine erste Lüge aufflog und wie unangenehm es mir war… Ich war im Kindergarten und habe mit der Schere in meinen Pulli geschnitten. Weshalb, das kann ich mir heute noch nicht erklären… Wollte ich die Schere ausprobieren oder am Ende nur sehen, was passieren würde, wenn ich in die fest gestrickten Maschen schnitt? Aber vielleicht war dies auch einfach nur meine erste Lektion zu erfahren, was Lügen bedeutet und dass man andere nicht für dumm verkaufen kann?! - Meine Mutter glaubte mir auf jeden Fall nicht und begleitete mich am nächsten Tag in den Kindergarten… auf dem Weg dorthin wurde mir das Ganze so unangenehm, dass ich ihr gestand, dass ich selber in den Pulli geschnitten hatte! Danach fühlte ich mich völlig erleichtert von einer Schuld, die ich mir selber auferlegt hatte, denn nichts weiter passierte! Heute um viele Erfahrungen reicher kommt es mir vor, wie das Berühren einer heissen Herdplatte: Man kann sich den Begriff ‘heiss‘ nicht eher vorstellen bis man damit in Berührung gekommen ist…

Wenn ich der Wahrheit ins Gesicht sehe, kann ich hinter allem einen Grund erkennen. Alles hat einen Grund, sonst würde es nicht existieren… Natürlich kann ich auch blind spielen oder nur das sehen, was ich sehen will… dies ist meine eigene Wahl - immer wieder! So wie ich andere beobachte und einschätzen kann, werden auch ich und das, was ich sage, von andern beobachtet und eingeschätzt! Meine Mitmenschen sollte ich besser nie unterschätzen, denn wenn sie es mir auch nicht zu erkennen geben und diplomatisch reagierten, kann mein wahres Ich immer entdeckt werden! So sollte auch niemals etwas unterschätzt werden, was wir nicht verstehen - und doch sollte allem den nötigen Respekt erwiesen werden! Nur das ist nicht immer so einfach, vor allem wenn man es mit Lügen zu tun hat!

Nach meinen ersten einschneidenden Erfahrungen mit Lügen wollte ich nichts mehr damit zu tun haben… Kein leichtes Unterfangen in einer Welt, wo Lügen zum Alltag gehört und in der Politik sowie in den Medien als etwas Selbstverständliches praktiziert wird! Je mehr ich die Lügen um mich herum aufdeckte, desto mehr interessierte mich die Wahrheit! Vielleicht genau deshalb gelangte ich an ganz raffinierte Lügner und hatte sehr damit zu kämpfen, wenn sie mir eiskalt ins Gesicht logen und trotz Gegenüberstellung knallhart abstritten, was bereits Fakt war… Ich empfand es immer wieder als respektlose Manipulation, wenn mein korrekt nachvollzogenes Denken vorsätzlich als nicht wahr hingestellt wurde und wenn überhaupt akzeptiert, dann nur mit eindeutigen Beweisen! Noch nicht lange her, da wurden durch solche Manipulationen Wehrlose in Irrenhäuser gesteckt!!! Notorische Lügner nennen ihre Unwahrheiten ‘Schwindel‘ und verniedlichen sie somit – auch eine Art seine Lügen zu ignorieren und so nichts ändern zu müssen! Aber Lügen ist und bleibt vorsätzlich – andere werden verarscht und mit vermeintlicher Macht manipuliert…

Ich frage mich, weshalb wir die Wahrheit oft nicht sehen wollen? Haben wir Angst, dass sie nicht unseren Vorstellungen entspricht? - Aber was wissen wir schon… wie können wir nur so eingebildet und kleinkariert sein! Dinge so zu sehen wie sie sind und nicht wie wir sie sehen wollen - das ist der Weg zur Wahrheit! Es erfordert Bereitschaft sich mit unangenehmen Themen und Tabus zu befassen und sich mit Problemen auseinander zu setzen - viel nie endende Arbeit! Probleme tauchen lediglich auf, wenn sie gelöst werden müssen… Werten sollten wir sie aber nie, denn emotional bewerten wir Probleme vorerst negativ (die Mühe sich damit auseinanderzusetzen!)… eine sachliche und konstruktive Auseinandersetzung führt jedoch zu Durchblick, Einsicht und zeigt nach einer (Auf-)Lösung plötzlich einen positiven Charakter! Und so können wir uns übrigens sogar selber positiv weiterentwickeln!

Alles hat seinen Grund - auch weshalb wir etwas so tun, wie wir es tun… Die Begebenheiten und wie wir damit umgehen machen uns zu dem, was wir sind – einem Individuum. Jedes Individuum formt sich tagtäglich durch seine Erfahrungen, seine nie endenden Gedankengänge sowie durch Träume in Form von Wünschen und Verarbeitung… Wie und was wir sind, widerspiegelt sich in unserer Ausstrahlung, unserem Erscheinungsbild, unseren Zügen, unserer Haltung, unserem Verhalten, unseren Reaktionen, unserem Handeln und unserem Denken…

Im Grunde genommen sind unserem Denken keinerlei Grenzen gesetzt - wir haben die unbegrenzte (Denk-) Freiheit! Es ist das kreative Produkt unseres Gehirns, einem sehr sensiblen Instrument, das durch unsere Sinne Impulse jeglicher Art aufnimmt, analysiert, archiviert und reflektiert. Aber unsere Kapazität kann durch Manipulation und Konditionierung eingeengt werden, somit kann sich unser Denken und Handeln dann nur noch innerhalb den vorgegebenen Normen entwickeln und stumpft teilweise sogar ab wenn wir es nicht benutzen… Wenn wir uns darüber bewusst sind, werden wir erkennen, dass wir unser Denken steuern können... Wir haben auch hier immer wieder die Wahl, ob wir etwas verstehen und die Wahrheit sowie den dahinterliegenden Grund erforschen und sehen wollen?

Meine Tiefgänge waren und sind nicht immer angenehm, weder für mich noch für die andern… aber wenn ich keine Harmonie erkenne zwischen dem, das gesprochen wird und dem, was ich sehe, versuche ich den Grund dafür herauszufinden… Schätze ich falsch ein oder macht mein Gegenüber mir etwas vor? So lernte ich kritisch zu sein, keinerlei Autorität zu akzeptieren (eine echte Autorität ist gar keine!), nicht voreingenommen zu sein, aber zu hinterfragen mit dem Bedürfnis verstehen zu wollen… Es ist mir jedoch immer wieder unangenehm, jemanden beim Lügen zu ertappen! Und immer wieder sehe ich den einzigen Sinn darin herauszufinden, weshalb wir lügen… und noch schlimmer, wie wir nur darauf kommen, dass wir damit durchkommen?! - Nur weil wir aus Fremdscham keine Zivilcourage besitzen um zu sagen was wir denken? Oder erwarten wir nicht, oder wollen es nicht wahrhaben, dass unser Gegenüber lügt???





PS: Daniela Schwendner, danke fürs Korrekturlesen!








 
7 - Emma in search of the truth
 
 
Well, truthfulness... why oh why does it give us such a lot of trouble telling the truth? Do we tweak an event to show ourselves in a better light or escape from a blame, or even worse from a punishment? Maybe we haven't yet dealt with truth up to now and squeaked through by distorting the facts? What is it exactly we want to hide if we conceal the truth? - With words we can prevent almost everything... 
 
I still remember when my first lie leaked out and how uncomfortable this felt... I was at kindergarten and had cut my jumper with scissors. I still cannot explain why I did it... Did I simply want to try out the scissors or see what would happen if I cut into the tightly knitted stitches? But maybe it was just my very first lesson to experience what lying involves and that we shouldn't take anybody for a fool?! - Anyways, my Mum didn't believe me and accompanied me to the kindergarten the next day... as we neared school I felt more and more uncomfortable so that I finally had to confess that I had cut my jumper myself! After confessing I felt completely released from a blame I had imposed on myself because nothing else happened! Now with much more experience I compare it with touching a hot stove: We cannot realize what hot means until we have touched it! 
 
If I face the truth I will recognize a reason behind everything. Everything has a reason otherwise it wouldn't exist... Of course I am free to play blind or only see what I want... this is my choice - again and again! The way I observe and weigh up others, I and the things I say will be observed and assessed by others! Never should we underestimate others, because they are able to discover our true colours even if they don't show us and react diplomatically. Equally we better don’t underestimate things we do not understand - and still yet we should encounter everything with all due respect! Only this isn't always that easy, especially when dealing with lies! 
 
After my first incisive experiences with lies I wanted nothing to do with this anymore... Not an easy task to undertake in a world where lies are a daily occurrence and practiced as a matter of course by politicians and media! The more I revealed the lies around me the more I got interested in the truth! Maybe just because of that I had to deal with very subtle liars and had lots of trouble when they flat-out lied to me and in spite of a confrontation denied what was already fact... I always regarded it as a disrespectful manipulation when my honest thinking was deliberately put down as not true and if acknowledged at all, only with clear irrefutable evidence! Not too long ago manipulations like this forced helpless people into mental institutions!!! Chronic liars call their untruths ‘scam’ and consequently trivialize them – just another way to ignore their lies and thus not have to change anything! But lying is and always will be done deliberately – others are fooled and manipulated by alleged authority... 
 
I ask myself why we often don’t want to see the truth? Are we afraid that it won’t comply with what we would like to see? – But what do we know… how can we be so conceited and small-minded! Taking things for what they are and not the way we want them to be – this is the only path to truth! It demands willingness to deal with ugly issues and taboos as well as finding solutions for problems - lots of never ending work! Problems only occur when they need to be solved… But we shouldn’t rate problems, as we first tend to misinterpret them emotionally as negative (the trouble dealing with it!)… but only a factual and constrictive involvement leads to perspective, insight and suddenly will reveal its positive character! And as an unexpected benefit we are also able to develop ourselves positively! 
 
Everything has its reason – also why we do it the way we do it… The circumstances and how we deal with it make us what we are – an individual. Each and every individual forms itself every single day by its experiences, by its never ending reasoning as well as with its dreams in the form of desires and reanalyzing… How and what we are is reflected by our charisma, our appearance, our features, our attitude, our behavior, our actions and our thinking… 
 
The truth of the matter is that there are no limits to our thinking – we have the unlimited freedom to think! It is a creative product of our brain, a very sensitive instrument, which through our senses takes up, analyzes, files and reflects impulses of any kind. But our capacity can be narrowed down by manipulation and conditioning, thus our thinking and actions then will develop only within given norms and will even dull partly if not used… If we are aware of it, we will recognize that we are able to control our thinking… Here again we have the choice whether we want to understand, if we want to discover and see the truth as well as the reason behind it. 
 
My thoughtfulness wasn’t always comfortable, neither for myself nor for others… But if I don’t recognize a harmony between what is spoken and what I see, I will try to find a reason why… Do I misjudge or is my counterpart just blowing smoke? That’s how I learned to be critical, not to accept any authority (real authorities are no authorities!), not to be prejudiced, but to question with the want to understand… But time and again I feel uncomfortable to catch somebody lying! The only reason I can see in it is finding out why we are lying… and, even worse, what the hell gives us the idea that we get away with it!? – Perhaps because of fear of public embarrassment we don’t have the courage to say what we think? Or do we not expect nor want to face that our counterpart is lying??? 
 


 

PS: Sharon Christie, thanks for helping me not getting lost in translation!


15.09.2012

6 - Emma wird Emma / Emma becomes Emma



6 - Emma wird Emma


Meine ersten Jahre hier auf Erden verbrachte ich also, wie alle andern auch, vor allem beobachtend und mich orientierend… Um zu verstehen, wo ich und was um mich herum war, musste ich zuerst die Menschen um mich herum verstehen. Ich begann alles Neue mit dem, das ich schon zu wissen glaubte, zu vergleichen, und einen Zusammenhang zwischen den Worten der Menschen und ihrem Verhalten sowie ihrer Erscheinung zu finden… Wenn ich will, kann ich fühlen in welcher Verfassung sich mein Gegenüber im Moment befindet, denn mit seinem Verhalten und seiner Erscheinung verrät jedes Lebewesen seinen momentanen Zustand! Jedes Lebewesen zeigt stets nur sein eigenes aktuelles Resultat aus seinen Erfahrungen und was es daraus macht(e)! Jede Erscheinung ist das Produkt aus der genetischen Basis sowie aus den Erfahrungen und dem Umgang mit der Umwelt und sich selbst… jede Mimik und Gestik widerspiegelt sich in unserem Aussehen und brennt sich schliesslich ein… so ergeben viele kleine Details ein Gesamtbild…
 
Immer wieder hielt ich auch mir selber den Spiegel vor und versuchte herauszufinden, weshalb wir so sind, wie wir sind… Und genau das war mein erster Schritt in die Unabhängigkeit, denn ich akzeptierte nicht einfach nur blindlings und begab mich damit auf die Ebene meines Gegenübers und/oder der Gesellschaft um nach ihren Spielregeln zu spielen, sondern hinterfragte um dazuzulernen… Solange ich abhängig von jemandem oder etwas bin, reagiere ich und spiele auf einem beschränkten Spielbrett um das zu erhalten, was ich denke zu benötigen... Ich bin solange abhängig bis ich keine Angst mehr vor irgendwelchen Konsequenzen habe und somit nicht mehr einfach reagiere sondern agiere!  Diese Angst kann ich nur verlieren, wenn ich mich auf verschiedene Spielbretter wage und verschiedene Spiele kennen und durchschauen lerne, was mir schlussendlich Möglichkeiten ausserhalb eines limitierten Spielfeldes eröffnet!
 
Nun war es also Zeit unabhängig von andern zu werden und mich auf mich selber verlassen zu können... Konnte ich das? - Keine Ahnung, aber ich wollte! Zuerst wollte ich mir einen Überblick verschaffen, was den Geist unserer Erde ausmacht… ich begann mich mit verschiedenen Künsten und Wissenschaften zu beschäftigten (wie der bildnerischen Gestaltung, Musik, Sprachen, Astrologie, Astronomie, Psychologie, Traumdeutung, Numerologie, Graphologie, Chiromantie, Theologie, Philosophie und Pädagogik) sowie meine Horizonte auf Reisen zu erweitern –  diese gesammelten Erfahrungen regte immer wieder meine natürliche Neugier an mich über Grenzen hinaus zu wagen und Tiefen selber zu ergründen… was mich schlussendlich auch immer wieder zu mir selbst führte und veranlasste erst einmal mit mir selber über die Bücher zu gehen um herauszufinden, wer und wo ich eigentlich war und wohin ich gehen würde…
 
Nach dem Abitur beschloss ich mehr von der Welt zu sehen und mein Englisch zu vertiefen. Ich verbrachte 8 Monate in den USA und reiste viel herum. Als ich zurückkam, bezog ich meine erste eigene Wohnung und arbeitete als Receptionistin in einem 4-Sterne Hotel – das waren meine weiteren Schritte in die Selbstständigkeit! Um aber schlussendlich Emma zu werden, sonderte ich mich ein Jahr lang ab um meine Gedanken und die daraus gewonnen Erkenntnisse niederzuschreiben und in einem Buch zusammenzufassen. In dieser Zeit reduzierte ich meine Kontakte auf die bei der Arbeit, traf mich gelegentlich mit meinem Liebhaber um mich auch körperlich ab zu hingeben zu können und besann mich hauptsächlich auf mich selber. Die damals erworbenen Erkenntnisse begleiten mich heute noch und oft hatte ich sogar die Gelegenheit sie mit neuen Erkenntnissen zu bereichern!
 
Auch wenn ich nun erwachsen bin und vieles weiss, habe ich etwas Wichtiges aus meiner Kindheit beibehalten: Die Neugier Neues zu erfahren und den Mut Bestehendes zu hinterfragen! Ich habe den Mut neue Wege zu gehen, meine Ideen mitzuteilen und wenn möglich umzusetzen. Und ich habe gelernt, wenn ich kritisch hinterfrage, werde ich unweigerlich auf die Wahrheit stossen… und sie wird mir den richtigen Weg weisen. Nur wenn ich meinen eigenen Weg gehe, spüre mich selbst und werde keine angepasste Maschine! In einer festgefahrenen Gesellschaft, die hinter dem Geld herjagt und Verantwortung am liebsten von sich weist, ist das nicht immer einfach… Nichtsdestotrotz versuche ich jeden Tag als den ersten und den letzten anzugehen – wissbegierig nach Neuem, wenn möglich ohne vorgefasste Meinungen, und wissend, dass ich vielleicht nie mehr die Gelegenheit erhalten werde etwas wieder gut zu machen…
 
Aber trotz geistiger Freiheit war und werde ich immer in irgendeiner Form abhängig von meiner Umwelt sein… Wenn mich in der Kindheit die Werte und Probleme meiner Eltern prägten, dann sind es heute die meiner Freunde und Arbeitswelt! Wenn ich richtig einschätzen und verstehen kann, sehe ich die Wahrheit und habe eine faire Ausgangsbasis.





PS: Daniela Schwendner, danke fürs Korrekturlesen!
 
 
 
 
 




 6 - Emma becomes Emma


My first years on Earth I mainly spent the time observing and orientating myself, like everybody else… In order to understand where I was and what was around me, I first had to understand the people around me. I started to compare everything new with what I believed I already knew, and to find a relationship between the words of humans and their behaviour as well as their appearance… If I want I can feel what condition my peer is in at any given moment, as his behaviour and his appearance reveals what state he is in at the moment. Each and every creature demonstrates results of all its experiences and what it made of! Every appearance is the product of the genetic basis and the experiences as well as its dealings with the environment and oneself… each and every countenance and gesture mirror our appearance and finally will burn in our skin… that’s how lots of tiny details amount to an overall picture…
 
Again and again I held up the mirror to myself and tried to find out why we are the way we are… And exactly this was my first step into independence, because I refused to just accept blindly and accept the expectations and standards of my peers or society or play their game, but rather I questioned to learn more… As long as I’m depending on somebody or something, I react and play on a limited playing board to get what I think I need… I am dependant as long as I am afraid of consequences and therefore just react instead of act! The only way to lose fear is by being daring enough to try out other games and learn to play and figure them out, which consequently opens new options outside of a limited playfield!
 
So it was now time for me to become independent and able to rely on myself… Was I able to? – No idea, but I wanted to! First I wanted to get an overview of what the spirit of the Earth was … I started to devote myself to art and science (like design, music, languages, astrology, astronomy, psychology, dream interpretation, numerology, graphology, chiromancy, theology, philosophy and pedagogy) as well as widen my horizons with travelling – these experiences time and again inspired my natural curiosity to go beyond limits and fathom the depths by myself... what finally again and again led to who I am and caused me  to audit my books and find out who and where I was as well as where I would go from here...
 
After having taken my general qualification for university entrance, I decided to see more of the world and improve my English.  I stayed in the US for 8 months and travelled a lot. When I returned, I rented my own apartment for the first time and worked as a receptionist in a 4-star hotel – those were my further steps into independence! But to become finally Emma, I cloistered myself for one year to write down my thoughts and their resulting insights in a book. During that time, I reduced my contacts to the ones at work, occasionally met my lover to let go physically too from time to time and mainly focused on myself. The insights I acquired back then are still with me and sometimes I even had the occasion to enrich them with new ones!
 
Even now that I am an adult and know a lot, one important thing from my childhood I will always keep: Curiosity to explore new things and courage to question existing things! I am courageous to go new ways, to communicate my ideas and if possible to turn them into facts. And I learned that when questioning critically I always get to the truth, inevitably… and truth will lead me the right way. Only if I go my own way I will feel myself but won’t become an adopted machine! This isn’t that easy in our gridlocked society which chases the money and refuses to take over responsibility… Nonetheless I try to live every single day as if it is the first and the last – inquisitively wanting to know new things, if possible without preconceptions, and knowing, that there may not be another chance to put something right…
 
But in spite of spiritual freedom I always was and always will be influenced by my environment… When I was young I was guided by the values and problems of my parents, now I’m influenced by my friends and the working world! If I am able to judge correctly and understand, I see the truth and I get a fair and solid basis from which to start.
 
 
 
 
PS: Sharon Christie, thanks for helping me not getting lost in translation!